Zusammenfassung

Markus Meister weist darauf hin, dass es in Gossau rund 1800 Mountainbiker gibt – mehr als Mitglieder der drei grössten Sportvereine zusammen –, die attraktive Singletrails wünschen statt nur Feld- und Waldwege. Da es auf Gossauer Boden kaum legale Singletrails gibt, kommt es zu einer zunehmenden Nutzung nicht klassierter Waldwege und dadurch zu Konflikten mit anderen Waldnutzer*innen.

Er argumentiert, dass ein funktionierendes Routennetz nur gelingt, wenn attraktive, naturnahe Wege bereitgestellt werden. Das sei auch wichtig für den Umwelt- und Lebensraumschutz, da gute Trails das wilde Befahren anderer Wege reduziere.

Mit dem seit 2023 gültigen Bundesgesetz über Velowege müssen Kantone und Gemeinden bis 2027 ein Velowegnetz – inklusive Mountainbikerouten – planen und bis 2043 umsetzen. Da MTB-Routen über Gemeindegrenzen hinausreichen, wurde unter Federführung St.Gallens ein regionaler Mountainbike-Masterplan erstellt, an dem sich Gossau finanziell beteiligt hat.

Obwohl dieser Masterplan vorliegt, habe der Stadtrat Gossau das weitere Vorgehen aufgrund fehlender Ressourcen zurückgestellt. Gleichzeitig zeigen die Resultate der GESAK-Umfrage ein hohes Bedürfnis nach Angeboten für den ungebundenen Sport, insbesondere im Bereich Velo/Mountainbike.

Meister stellt vier Fragen zu:

  1. Sicherstellung der gesetzlichen MTB-Planung bis 2027
  2. zu erwartenden Planungskosten und benötigten Stellenprozenten
  3. Möglichkeit, externe Akteure mit der Planung zu beauftragen
  4. Veröffentlichung des detaillierten MTB-Masterplans

Zusammenfassung der Antwort des Stadtrats

Der Stadtrat bestätigt, dass ein regionaler Mountainbike-Masterplan vorhanden ist, dieser aber nur eine konzeptionelle Grundlage bildet. Aufgrund sehr knapper finanzieller und personeller Mittel werde Gossau derzeit keine vertieften Planungen im Mountainbike-Bereich auslösen. Priorität habe die Erstellung eines durchgehenden Alltags-Velonetzes gemäss Gesamtverkehrskonzept.

Zu den vier Fragen:

1. Sicherstellung der Planung bis 2027
Eine vertiefte MTB-Planung ist derzeit finanziell nicht möglich. Die Stadt bleibt im Austausch mit regionalen Stellen und prüft die Planung „zu einem späteren Zeitpunkt“.

2. Planungskosten / Stellenprozente
Es können keine konkreten Angaben gemacht werden. Zuerst müsste Gossau eigene verbindliche Massnahmen definieren. Momentan stehen keine Planungskapazitäten zur Verfügung.

3. Externe Planung durch Private oder Vereine
Grundsätzlich denkbar, aber da MTB-Routen meist öffentlich klassierte Wege betreffen und Folgekosten auslösen, ist eine enge Begleitung durch die Stadt zwingend. Externe Unterstützung ist nur punktuell möglich.

4. Veröffentlichung des Masterplans
Ob der detaillierte Plan veröffentlicht werden darf, muss zuerst mit den Auftraggebern (Stadt & Ortsbürgergemeinde St. Gallen) abgeklärt werden.

Gossau, September 2025 [MM, VG]

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